Job-Shadowing mit Erasmus+ an der ZSS Stettin (Zespół Szkół Samochodowych, PL) vom 16. bis 19. September 2026
Am Mittwoch, den 16. September, machte sich eine siebenköpfige Delegation aus Osterholz-Scharmbeck auf den Weg nach Polen, um sich vor Ort in Stettin mit polnischen Expertinnen und Experten über Ausbildung in Kfz-Berufen auszutauschen. Die deutsche Delegation setzte sich aus Personen zusammen, die an zentralen Stellen in die Kfz-Ausbildung im Landkreis OHZ involviert sind. So gelang es, dass sich Dr. Jan Halves (Geschäftsführer der Handwerkskammer Elbe-Weser), Markus Hünken (Kfz-Innungsobermeister und Firmeninhaber der Kleinen Werkstatt) und Bernd Zimmermann (Lehrlingswart für die Kfz-Ausbildung und Prokurist von Autocenter Schmolke) gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Kfz-Kollegiums und der Schulleitung der BBS OHZ auf den Weg nach Polen machten.
Am frühen Nachmittag des 16. September startete die Reisegruppe von Osterholz-Scharmbeck mit dem Schulbus der BBS OHZ und stellte fest, dass Polen in knapp unter sechs Stunden Fahrzeit erreichbar ist.
Am Morgen des 17. Septembers wurde die deutsche Delegation mit großer Herzlichkeit von den Kolleginnen und Kollegen der ZSS Stettin (eine Berufsschule nur für Kfz-Berufe mit ca. 730 Lernenden) empfangen. Die polnischen Gastgeber, bestehend aus dem Schuldirektor, seinen beiden Stellvertretungen, dem Verantwortlichen für die fachpraktische Ausbildung und einer Deutschlehrerin als Übersetzerin, nahmen sich von nun an zwei komplette Tage Zeit für den fachlichen Austausch, die berufsspezifische Begegnung und das interkulturelle persönliche Kennenlernen mit der Delegation aus OHZ. Nach einer herzlichen Begrüßung und einer kurzen Vorstellungsrunde im imposanten Büro des Direktors stellten sich die Berufsbildenden Schulen als Ganzes und mit ihren besonderen Aktivitäten im Bereich der Fahrzeugtechnik und von Erasmus+ vor. Sofort begann ein so ehrlicher, interessierter und reger Austausch, dass die zeitliche Einhaltung des vollen Programms stark herausgefordert wurde. Die fortwährende und unglaubliche Gastfreundschaft und kulinarische Versorgung der Polen sorgten bei der deutschen Delegation dafür, dass so manche Person beim gemeinsamen Mittagessen in der Kantine der Schule Schwierigkeiten hatte, die Portion aufzuessen. Nach dem Mittagessen begann eine intensive Führung durch die Gebäude des ZSS Stettin, die sich bis in den späteren Nachmittag hineinzog, ohne dabei auch nur einen Moment der Langeweile aufkommen zu lassen. Neben den unzähligen Theorie- und Praxisräumen bleiben dabei vor allem der schuleigene Schießstand, die TÜV-Prüfstation (vom PKW über Busse/LKW bis hin zu Militärfahrzeugen), die Wohnräume des Internats, die nach Ausbildungsjahren farblich unterschiedene Arbeitskleidung der Azubis, die schuleigene Fahrschule und die offene, freundliche Atmosphäre in der Schülerschaft und im Kollegium in besonderer Erinnerung. Anschließend wurde noch das Branchenkompetenzzentrum (BCU-Branżowe Centrum Umiejętności) in Stettin besucht, das in den letzten zwei Jahren mit hochwertigem Equipment (Messmittel und Lernträger aus den Bereichen Hochspannung und regenerative Energiequellen) im Wert von 10 Mio. PLN (ca. 2,5 Mio. €) ausgestattet wurde (100%-Finanzierung aus Konvergenzmitteln der EU). Inhaltlich wurden alle Programmpunkte des Tages durchzogen vom fachlichen Austausch zur Umsetzung von Digitalkonzepten, zum Einfluss von KI auf das schulische und betriebliche Lernen und zur Implementierung von Fachkompetenzen der System- und Hochvolttechnik. Zusätzlich zeigte sich die Delegation aus Osterholz beeindruckt, mit welchen einfachen, aber wirksamen Mitteln es den Kolleginnen und Kollegen der ZSS Stettin gelingt, die Schule zu einem attraktiven Lernort zu machen, trotz einfacher (teilweise veralteter) Ausstattung und teilweise maroder Schulgebäude.
Am Ende eines überaus erlebnisreichen Donnerstags stand dann ein feierliches gemeinsames Abendessen in einem typisch polnischen Familienrestaurant und ein abendlicher Spaziergang vorbei an bedeutenden Gebäuden Stettins hin zu einem wunderbaren Aussichtspunkt auf den Hafen von Stettin, in dem sich die Oder und das Stettiner Haff treffen.
Der Morgen des 18. Septembers begann mit der kurzen Fahrt zur Handwerkskammer in Stettin (Izba Rzemieślnicza w Szczecinie). Dort wurden die Delegationen der ZSS Stettin und der BBS OHZ vom Leiter der Handwerkskammer empfangen und weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeite der Handwerkskammer Stettin stellten die Aufgaben und Verantwortungsbereiche ihrer Kammer vor. Anschließend präsentierte Dr. Halves die Handwerkskammer Elbe-Weser, die Kfz-Innung OHZ und das deutsche Kammer-/Handwerkswesen. In einem regen Austausch und einem polnisch-deutschen Sprachgewirr versuchten alle Teilnehmenden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Kammer- und Handwerkssysteme zu verstehen und zu identifizieren. Von der Handwerkskammer ging es weiter zur Besichtigung von zwei Kfz-Betrieben, die mit der ZSS Stettin kooperieren. Im Anschluss ging es dann wieder an die ZSS Stettin für eine Präsentation des Schulwesens an der dortigen Berufsschule für Kfz-Berufe, die nach einem weiteren gemeinsamen Mittagessen in der Kantine wieder im Büro des Direktors stattfand. Abschließend fokussierte sich der Austausch auf die spezifische Umsetzung der Lerninhalte der Elektromobilität in der beruflichen Ausbildung am Beispiel einer digitalen Lernplattform für Kfz-Berufe.
Nach zwei sehr intensiven Tagen und mit großer Dankbarkeit gegenüber den Kolleginnen und Kollegen aus Stettin machte sich die Delegation aus OHZ am Samstag, den 19. September, wieder auf den Weg nach Hause und zog ein überaus positives Fazit des Job-Shadowings mit der ZSS Stettin: Der inspirierende berufsfachliche Austausch, die herzliche intereuropäische Begegnung, das gestärkte Miteinander der Ausbildungspartner und die persönliche Kompetenzentwicklung werden noch lange nachklingen und positive Wirkung in der alltäglichen Arbeit entfalten.
Daniel Kunstmann











































