Erasmus+ ermöglicht deutsch-polnischen Austausch, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder und die Auseinandersetzung mit europäischer Geschichte.
Zehn Schülerinnen und Schüler der BBS OHZ machten sich im Rahmen einer Erasmus+-Gruppenaktivität auf den Weg nach Krakau, um gemeinsam mit Jugendlichen polnischer Schulen das Thema Berufsorientierung aus einer internationalen Perspektive zu erkunden. Im Mittelpunkt der Begegnung standen der Austausch über Bildungswege und berufliche Zukunftspläne, praktische Erfahrungen rund um Bewerbungen sowie das Kennenlernen der polnischen Arbeitswelt und Kultur.
Gemeinsam lernen und berufliche Perspektiven entdecken
Am Mittwoch besuchte die Gruppe die Berufsschule Zespół Szkół Elektrycznych Nr 2 (ZSE) in Krakau. Bei Partnerinterviews lernten sich die deutschen und polnischen Jugendlichen kennen und stellten ihre Schulen vor. Sie tauschten sich über ihre Interessen, Wohnorte, bisherigen Bildungswege und Zukunftsvorstellungen aus. Dabei wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Bildungssysteme sichtbar. Ziel war es, Berufsorientierung nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern durch persönliche Begegnungen und praktische Aufgaben lebendig werden zu lassen.
Anschließend besuchten die Schülerinnen und Schüler das Unternehmen Hart, einen Großhändler für Kfz-Ersatzteile. Dort erhielten sie Einblicke in die Arbeitswelt und erfuhren mehr über Anforderungen an Bewerberinnen und Bewerber sowie über betriebliche Ausbildung.
Am Donnerstag stand der Europass im Mittelpunkt. Gemeinsam mit den polnischen Jugendlichen erarbeiteten die Teilnehmenden zunächst persönliche Kompetenzprofile. Sie reflektierten ihre individuellen Stärken, Fähigkeiten und bisherigen Erfahrungen. Anschließend erstellten sie in deutsch-polnischen Tandems eigene Europass-Lebensläufe. Dabei lernten sie ein europaweit nutzbares Instrument kennen, mit dem Kompetenzen und Qualifikationen übersichtlich dokumentiert werden können. Die Arbeit mit den deutsch- und polnischsprachigen Versionen förderte zugleich die sprachlichen und fachlichen Kompetenzen der Jugendlichen.
Neben der Berufsorientierung kam auch das kulturelle Kennenlernen nicht zu kurz: Bei einer Schulführung und gemeinsamen Ausflügen erkundeten die Jugendlichen besondere Orte Krakaus. Dazu gehörten der Krakus-Hügel, mit toller Aussicht auf Krakau und der Steinbruch Liban, der als Drehort für den Film „Schindlers Liste“ bekannt ist.
Bewerbungsgespräche üben und Zukunftspläne diskutieren
Am Freitag besuchte die Gruppe die Juliusz-Słowacki- Schule. Dort bereiteten die Schülerinnen und Schüler kurze Vorstellungsgespräche vor und führten diese in Rollenspielen durch. So konnten sie Bewerbungssituationen erproben und ihre kommunikativen Fähigkeiten stärken. Darüber hinaus diskutierten die deutschen und polnischen Jugendlichen unterschiedliche berufliche Zukunftsszenarien und tauschten sich über ihre Vorstellungen von Arbeit und Karriere aus.
Ein gemeinsames Pierogiessen im Herzen Krakaus rundete den Tag ab. Die traditionelle polnische Spezialität bot eine weitere Gelegenheit, die Kultur des Gastlandes kennenzulernen und die neu entstandenen Kontakte zu vertiefen.
Krakau und seine Geschichte entdecken
Auch die Geschichte und Kultur Krakaus waren wichtige Bestandteile des Aufenthalts. Am Samstag besuchten die Jugendlichen die ehemalige Schindlerfabrik und erkundeten das jüdische Viertel Kazimierz. Bei einem Rundgang lernten sie weitere Schauplätze kennen, die mit dem Film „Schindlers Liste“ verbunden sind. Außerdem besichtigten sie den Schlosshof des Wawel und die Wawel-Kathedrale sowie den historischen Marktplatz der Stadt.
Ein besonders eindrücklicher Programmpunkt folgte am Sonntag mit dem Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Die Jugendlichen setzten sich dort intensiv mit den Verbrechen des Nationalsozialismus und der grausamen deutschen Geschichte während des Zweiten Weltkriegs auseinander. Der Besuch regte dazu an, über die Bedeutung von Erinnerung, Menschenwürde und historischer Verantwortung nachzudenken.
Berufe im direkten Gespräch kennenlernen
Am Montag stand erneut die berufliche Orientierung im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler der BBS OHZ führten Interviews mit Menschen in der Krakauer Innenstadt. Sie befragten diese zu ihren Berufen, den Besonderheiten ihrer Tätigkeiten sowie zu den Vor- und Nachteilen ihres Arbeitsalltags. Dadurch erhielten sie unmittelbare Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder und konnten ihre Erkenntnisse aus den vorherigen Programmpunkten um persönliche Erfahrungen aus der Praxis ergänzen.
Ein Austausch mit nachhaltigem Mehrwert
Die Erasmus+-Gruppenaktivität verband Berufsorientierung, interkulturelles Lernen und historisch-politische Bildung auf vielfältige Weise. Durch die Zusammenarbeit mit den polnischen Jugendlichen konnten die Schülerinnen und Schüler ihre sprachlichen und sozialen Kompetenzen erweitern, ihre eigenen Stärken bewusster wahrnehmen und neue berufliche Perspektiven kennenlernen.
Gleichzeitig vermittelte der Aufenthalt einen unmittelbaren Eindruck von der polnischen Kultur und Geschichte. Die Begegnungen in Krakau zeigten, wie wertvoll internationale Zusammenarbeit für die persönliche Entwicklung sein kann – und wie europäischer Austausch dazu beiträgt, voneinander zu lernen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und Unterschiede als Bereicherung zu verstehen.























