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Besuch in der Ukraine

Ukraine – Menschenrechte, Timoschenko und eine Klassenfahrt der besonderen Art

Im April 2012 war das Schicksal von Frau Timoschenko ein großes Thema in der deutschen Presse. In dieser Zeit fuhr eine Klasse des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft mit dem Profil Osteuropa der Berufsbildenden Schulen Osterholz-Scharmbeck in die Ukraine nach Sewastopol, um am Thema Menschenrechte mit Schülerinnen und Schülern der dortigen Partnerschule zu arbeiten.

 

Seit Monaten bereiteten sich die 21 Schüler und Schülerinnen des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft auf den Besuch in der Ukraine vor. Sie haben sich nicht nur mit der Geschichte und der Landeskunde der Ukraine befasst, kyrillische Buchstaben und Redewendungen gelernt. Ihre eigentliche Aufgabe für den Schüleraustausch bestand darin, zum Thema „Menschenrechte – Kinderrechte“ zu recherchieren und sich in der Trickfilmerstellung kundig zu machen, um gemeinsam mit ihren ukrainischen Partnern der Schule 35 Trickfilmsequenzen zum Thema zu erstellen.

 

Das Thema war recherchiert, die Ausstattung für die Trickfilmherstellung organisiert und die deutschen Schüler und Schülerinnen auf Gastfamilien verteilt. Kurz vor Abfahrt der Schülergruppe überschlugen sich die weltpolitischen Ereignisse: Misshandlung der inhaftierten, ehemaligen ukrainischen Präsidentin, Deutschland avanciert zum Wortführer in diesem Disput, Bombenanschläge am Bahnhof von Dnjpropetrowsk – einem Ort, den auch die Reisegruppe passieren sollte, Warnungen des Auswärtigen Amtes für Reisen in die Ukraine. Die Angst der Schülergruppe stieg. Kann man unter diesen Bedingungen mit einer Schülergruppe dann noch fahren?

 

Die Gruppe ist gefahren! Sämtliche Ängste verflogen spätestens im kommunikativen Miteinander der deutschen und ukrainischen Schülerinnen und Schüler. Die gastgebenden Austauschfamilien in Sewastopol wurden als sehr gastfreundlich, interessiert und zuvorkommend erlebt. Diese Erlebnisse und Eindrücke unserer Schülerinnen und Schüler im Privaten täuschten nicht darüber hinweg, gegenläufige politische Prozesse des Staates wahrzunehmen und sich damit kritisch auseinander zu setzen.

 

Historisch bedeutsame Stätte, mediterranes Flair und kulinarische Besonderheiten haben diese Reise zu einem besonderen Erlebnis gemacht. Eingebettet in diese freundliche und entspannte Atmosphäre hat sich die eigentliche Trickfilmarbeit zu einem interkulturell wertvollen und kreativen Ereignis entwickelt. Die Ergebnisse dieser Projektarbeit sowie ein Reisebericht sind in Kürze auf der Homepage der BBS Osterholz-Scharmbeck nachzulesen.

 

Dank der finanziellen Unterstützung durch das Jugendprogramm „Europeans for Peace“ der Stiftung „EVZ“ konnte dieser Austausch bereits zum dritten Mal durchgeführt werden. Die Planungen für das nächste Jahr sind bereits angelaufen. Thema wird dann die Ressourcenverwertung in Deutschland und der Ukraine sein. Ein spannendes Thema – angesichts der Eindrücke, die dazu von dieser Reise mitgebracht wurden!

 

Osterholz-Scharmbeck im Mai 2012

R. Welsch-Fahrenholz

 

Ein kleines Bilderbuch