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Klassenfahrt nach Riga

BGW lernt Land und Leute kennen und informiert sich über Ökoprodukte
Unsere Partnerschule ist die Schule 35 in Sewastopol. – Und im Mai sind wir nach Riga gereist. Die Umstände sind aus der Presse hinreichend bekannt. Nachdem es auf dem Maidan die ersten Toten gab, kam für uns eine Reise auf die Krim nicht mehr in Frage.

 

Die politischen Implikationen wollen wir hier nicht diskutieren, obwohl sie ein Lehrstück in direkter Betroffenheit für den Willen der Menschen, die Rolle der politischen Macht, die Achtung von Werten und daraus folgenden politischen Verwicklungen ist.

 

Ein Beispiel? Die Menschen auf der Krim haben russische Pässe bekommen, wie der WK berichtete. Die BRD erkennt aber die Krim als russisches Territorium nicht an. Wenn unsere Partner also in Moskau auf der deutschen Botschaft erscheinen, mit russischen Pässen von der Krim, dann werden sie wohl abgewiesen werden mit dem Hinweis auf die Zuständigkeit der deutschen Botschaft in Kiew. In Kiew legen unsere Freunde also ihre russischen Pässe vor???? Wir werden sehen, wie sich diese Partnerschaft weiter entwickelt. Auf jeden Fall sind uns die Kolleginnen und die Schülerinnen und Schüler ans Herz gewachsen.

 

Wenn also nicht auf die Krim, wohin geht unsere Reise im Profil Umwelt (und Osteuropa) dann?

 

Riga bietet sich an, modern leicht zu erreichen und ein Freund von unserem Kollegen Herrn Hess ist dort Lehrer. Also fand eine Umwidmung unseres Antrags bei der Stiftung West-Östlichen Begegnungen (WÖB) statt, wir behielten den ökologischen Aspekt bei, die Möglichkeit einer Begegnung mit lettischen Schülerinnen und Schülern war noch nicht geklärt.

 

Recht kurzfristig ergab sich dann die Möglichkeit zu direkten Gesprächen zwischen Schülerinnen und Schüler des 1. Staatsgymnasiums in Riga mit unseren. Auch diese Umstände waren sehr lehrreich. Bitte keine Fragen zur politischen Situation in der Ukraine. Und zum ersten Termin hatten wohl 4 Schülerinnen und Schüler zugesagt, zum zweiten 8. Das Ergebnis war genau umgekehrt! Gelassenheit ist eine Tugend! Und wir Lehrer wurden dadurch belohnt, dass wir uns völlig überflüssig fühlten und uns bei einer Zwischennachfrage wegen der Störung entschuldigten! Eine sehr gute Erfahrung, einschließlich der Berichte unserer Schülerinnen und Schüler über diese Gespräche. Einen herzlichen Dank an den Kollegen in Lettland Herrn Thomas Lewandowski!!

 

Vor diesem Besuch am 1. Staatsgymnasium waren wir im Okkupationsmuseum. Es war eine sehr lehrreiche Veranstaltung. Das Schicksal an der Nahtstelle der globalen Mächte war für die Menschen dramatisch! Bezeichnender Weise waren bei der Führung im Museum neben den Verbrechen der deutschen Faschisten vor allem die russische Okkupation das wesentliche Thema. Die heutige Spaltung der Bevölkerung in russisch und lettisch ist bei Nachfragen allgegenwärtig. Ein großer Teil der Schülerinnen und Schüler an dem 1. Staatsgymnasium sind russisch!

 

Wir waren ja auch in Sachen biologische Landwirtschaft unterwegs. Natürlich ließ sich in dieser kurzen Zeit keine Partnerschaft mit einer anderen Schule realisieren, mit der wir dann Höfe besichtigen und entsprechende Fragen stellen konnten.

 

Wir beschränkten uns auf den Besuch des größten europäischen (konventionellen) Marktes und den Besuch auf einem Ökomarkt. Die Besuche waren beeindruckend und die Ergebnisse unserer Schülerinnen und Schüler können sich sehen lassen.

 

Nicht umsonst hatten die Fürsten auf der Südseite der Krim ihre Paläste. Stalin lud zur Konferenz von Jalta in den ehemaligen Palast des Zaren. An zweiter Stelle in der Beliebtheit in diesem riesigen sowjetischen Reich stand Jurmala – in Lettland! Nicht, dass uns jemand unterstellt, wir seien deshalb nach Riga gereist, aber es sind etwa 30 Minuten mit der Bahn zu einem der wunderschönsten Strände Europas.

 

 

Wir werden Riga sicherlich wieder besuchen.

 

 

Karl-Heinz von Bestenbostel

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