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Gefangen! Ermordet! Vergessen? – Berufliches Gymnasium besucht die Gedenkstätte Sandbostel

„Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Gewalt“ nehmen als Orte der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit einer verbrecherischen Vergangenheit eine wichtige Bildungsaufgabe für die Gegenwart wahr. Ihre Arbeit folgt der aus den Erfahrungen des Nationalsozialismus gewonnenen Verpflichtung unserer Verfassung: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“ (Art.1 GG),“ so heißt es in der Erklärung der Gedenkstättenkonferenz von 2018.

Der gesamte 12. Jahrgang des Beruflichen Gymnasiums fuhr im Januar zur Gedenkstätte Sandbostel. Auf dem Lagerfriedhof Sandbostel begann die Führung. Anders als in Bergen- Belsen sind es hier kaum Massengräber sondern oft Einzelgräber, aber die meisten der Verstorbenen sind unbekannt. Die Schicksale einzelner Gefangener machte das gesamte menschenverachtende System deutlich. Die Kriegsgefangenen wurden vollkommen unterschiedlich behandelt: Holzbaracken für sowjetische Gefangene, Häuser aus Stein für westliche Gefangene, medizinische Versorgung für westliche Gefangene, mangelnde Versorgung für sowjetische Gefangene. Es starben in Sandbostel mindestens 8000 sowjetische Gefangene, aber nur einige hundert westliche Gefangene. Dank der interessanten Führungen konnten die Schülerinnen und Schüler einen guten Einblick in das menschenverachtende System des Nationalsozialismus gewinnen.

Ute v. Harten

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