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Eine wirkliche Nichtwahl gibt es nicht!

Ingo Espenschied ist mit seinem Wahlkompass für Erstwähler an den BBS

Georgina Zander, 20 Jahre und Erstwählerin, macht eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel und ist Berufsschülerin der BBS. „Ich werde wählen gehen, denn es nervt mich, sich nicht an Wahlen zu beteiligen, aber dann anschließend meckern und unzufrieden sein.“

 

Viele Erstwähler wollen sich nicht an der Bundestagswahl beteiligen, weil sie das Gefühl haben von den Politikern nicht gehört zu werden. Handelt es sich dabei um eine berechtigte Kritik an unserem politischen System oder nur um ein falsches Verständnis von Demokratie?

 

Um der Antwort auf die Frage ein Stück näher zu kommen, ist der Politologe Ingo Espenschied zu Besuch an den BBS OHZ. Er begibt sich mit ca. 800 Schülerinnen und Schüler auf eine virtuelle Zeitreise. In seiner multimedialen Präsentation erklärt Espenschied die Aufgaben eines Bundestagsabgeordneten und die Arbeitsabläufe der Parlamentsarbeit. Es zeigt sich, dass Abgeordnete in Berlin viel Arbeit zu bewältigen haben und sich auch noch intensiv um die Belange der Bürgerinnen und Bürger in ihrem Wahlkreis kümmern. Zum Verständnis der heutigen Parlamentsarbeit macht Espenschied immer wieder einen Abstecher in die Geschichte der Demokratieentstehung. Abgerundet wird die Multivisionschau mit einer Abwägung von Vor- und Nachteilen von den parteipolitischen Ausrichtungen „liberal“, „sozial“, „konservativ“, „grün“ und „national“. Wer z.B. auf Freiheit setzt muss bei Sicherheit Einschränkungen machen. Wenn man der Tradition verpflichtet ist, wird der Wandel sich nicht entfalten können. Nationale Ausrichtungen werden zu Spaltungen in der Bevölkerung führen. Hier werden von Espenschied beispielhaft die Politikausrichtungen in Amerika und in der Türkei gebracht. Dabei wird klar, Politik bedeutet immer Kompromisse einzugehen.

 

Es ist toll, dass Herr Espenschied vor so einer großen Anzahl von Schülerinnen und Schülern auftreten kann“ freut sich Politikteamfachleiter Frank Helmes. „Wir bedanken uns für die Unterstützung beim Förderverein der BBS und bei Herrn Dr. Schwieger und Herrn Schönemeier, als Vertreter eines Freundeskreises, über die finanzielle Unterstützung“, fährt Helmes fort. Der Freundeskreis möchte so die BBS aktiv für ihren Einsatz bei den Wahl-Projekten unterstützen.

 

Georgina resümiert: „Ein sehr guter Vortrag, da neben den geschichtlichen Aspekten, auch auf den Wahlablauf eingegangen wurde. Interessant fand ich die Erläuterungen zu den grundsätzlichen politischen Ausrichtungen der Parteien.“

 

Georgina Zander appelliert zum Wählengehen. Denn Nichtwählen bedeutet, dass uns somit die Meinung von denen, die wählen gehen übergestülpt wird. „Eine wirkliche Nichtwahl gibt es deshalb nicht. Dann haben wir die Verhältnisse, wie in England, wo durch Nichtwählengehen der Brexit beschlossen wurde.“

 

Jürgen Grimm

Georgina Zander wird zur Wahl gehen. Ingo Espenschied freut sich darüber.

Politikfachteamleiter Frank Helmes freut sich über eine Spende von Herrn Dr. Schwieger (l.) und Herrn Schönemeier (r.).

Vier Veranstaltungen, vier mal so gut wie "ausverkauft".

Zwei Wochen begleitete Ingo Espenschied den Bundestagsabgeordneten Thomas Gebhardt in Berlin.

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