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„Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit“

Altenpflege bedeutet: Einen uns anvertrauten Menschen würdevoll bis zur letzten Stunde zu begleiten. Auch das Sterben und der Tod sind wichtige Themen, mit denen sich die Auszubildenden der Pflegeassistenz der Berufsbildenden Schulen Osterholz-Scharmbeck im Rahmen eines Sterbeseminars in Goslar intensiv auseinandersetzten.

Die Auszubildenden des zweiten Ausbildungsjahres Pflegeassistenz der BBS-OHZ haben ihre Klassenräume für eine Woche mit den Seminarräumen der katholischen Kirche im „St. Jaobushaus“ in Goslar getauscht.

 

Das inspirierende Umfeld der alten Jugendstillvilla bot den zukünftigen Pflegeassistenten einen geschützten Rahmen, um sich konstruktiv mit dem Thema „Sterben, Tod und Trauer“ zu beschäftigen.

 

Das Thema wird laut Pflegefachlehrerin Christine Kettler in unserer modernen Gesellschaft leider immer noch stark verdrängt und tabuisiert und das Seminar ist somit auch als ein Versuch zu verstehen, dieser Entwicklung durch eine professionelle Trauerbegleitung entgegenzuwirken.

 

Die Themenbreite des Seminars lag daher nicht nur bei dem Umgang mit der eigenen Endlichkeit, sondern reichte vom Umgang mit Sterben, Tod und Trauer über die Sterbebegleitung und Sterbehilfe bis hin zur Begleitung von Sterbenden und ihrer Angehöriger.

 

„Uns als ausbildende Schule ist es wichtig, dass wir die zukünftigen Pflegekräfte auch auf diese traurige Seite des Berufs umfassend vorbereiten“ sagt der stellvertretende Pflegebereichsleiter Olaf Schlüter. „Oftmals ist es nicht nur das Wissen um Medikamente, sondern vor allem die Fähigkeit gefühlvoll mit Sterbenden und Trauernden umzugehen, welchen den Menschen in dieser schwierigen Situation besonders hilft“ ergänzt Pflegefachlehrerin Christine Kettler.

 

Der Auszubildenden Christine Haimann haben besonders die Diskussionen über individuelle Erfahrungen und gesellschaftliche Entwicklungen zum Thema „Sterben, Tod und Trauer“ gefallen. Malte Schulze fand dagegen den Besuch eines Bestatters in Goslar besonders interessant: „Ich hatte es mir so nicht vorgestellt, aber es ist schön, dass es einen Ort gibt, an dem Menschen beim Sterben individuelle Unterstützung und Beratung erhalten“.

 

Darüber hinaus lernten sich die Auszubildenden von einer ganz anderen Seite kennen, so dass das nicht nur das Zusammengehörigkeitsgefühl sondern auch Rücksichtnahme, Verständnis für die Mitmenschen und soziale Kompetenzen der Klasse gestärkt wurden.

 

In einem sind sich die Auszubildenden aber auf jeden Fall einig –  das Seminar war ein wichtiger und notwendiger Bestandteil ihrer Ausbildung und wird Ihnen den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer in Zukunft erleichtern.

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