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Erzählen kann jeder- Erzählen ist eine Kunst der Fachschule Sozialpädagogik

„Erzählen kann jeder- Erzählen ist eine Kunst“

 

Dies konnten die Schüler/innen der Fachschule Sozialpädagogik unmittelbar erfahren.

 

Projekt der F1SP: „Erzählen für Schulkinder

„Kinder [und Erwachsene!) lieben Geschichten, Geschichten schärfen ihre Phantasie, sie beziehen allerhand Weltwissen aus Geschichten und lassen sich davon anregen, selbst Geschichten zu erzählen“ (Vgl. Merkel, Johannes: Online Erzählkabinett), doch wenige Pädagogen/innen lernen in ihrer Ausbildung, Geschichten zu erzählen und Kinder und Jugendliche selbst an diese Kunst heranzuführen.

 
In einem mehrwöchigen Projekt „Erzählen für Schulkinder“ befassten sich die Fachschüler/innen der F1SP im Schuljahr 08/09 mit der traditionellen und hohen Kunst des Erzählens.

 
Hierfür war es zunächst notwendig, dass sich die Fachschüler/innen tatsächlich trauten, etwas vor der Klasse oder einer Gruppe zu erzählen. Der nächste Schritt war die Erkenntnis, welche Kunst dahinter steckt. Zunächst gilt es die passende Geschichte für das Publikum auszuwählen oder selbst zu schreiben. Die Geschichte benötigt eine Einführung in Figuren, Ort und Zeit, der Hauptteil muss in irgendeiner Form einen Höhepunkt enthalten und der Schluss muss zum restlichen Teil der Geschichte passen, kann überraschende Pointe, versöhnliches Ende oder eine offene Frage an den Zuhörer enthalten. Anhand bestimmter Methoden muss der Geschichtetenerzähler sich die Geschichte einprägen, ihre Struktur erfassen. Den gezielten Einsatz von Stimme, Gestik und Mimik, die feine Abstufung der gezielten Körpersprache lernten die Schüler/innen im Lernfeld- Unterricht, u.a. mit Hilfe eines Video-Lehrgangs und zahlreichen Übungen.

 
Des Weiteren stand der Besuch einer Veranstaltung in Bremen mit professionell auftretenden Erzählerinnen auf dem Programm. Der Auftritt des afrikanischen Geschichtenerzählers Babacar Mbaye Ndaa kaus aus Senegal in den BBS zeigte kulturelle Unterschiede des Erzählens auf und verdeutlichte die Ausdruckskraft der non- verbalen Sprache. Klar wurde auch. dass gemeinsam einer Geschichte zu lauschen, Verbundenheit unter den Zuhörenden schafft. .Die Schüler waren in der Vorbereitungsphase sehr aktiv: Sie schrieben eigene, kindgerechte Geschichten und trugen sie dem kritischen, wenn auch wohlgesonnenen Publikum der Mitschüler/innen vor, das ihnen jeweils ein gezieltes und geschultes Feedback gab. Angehende Erzieher/innen wissen ob der immensen Bedeutung für die Sprachförderung über das Erzählen und Aufnehmen von Geschichten. Die Schüler/innen analysierten unterschiedliche Geschichten, um herauszufinden, was in dieser Geschichte besonders gefördert werden kann: Dies kann z.B. die Förderung der Erweiterung des Wortschatzes sein, die Vermittlung grammatikalischer Regeln (z.B. Plural- und Singularbildung) oder die Artikulation bestimmter Laute und Lautverbindungen. Geschichten unterstützen die Satzbildung und sensibilisieren das Sprachbewusstsein.
In unserer medial geprägten Gesellschaft wird die frei vorgetragene Geschichte besonders wertvoll. Im Sinne des ital. Pädagogen Gianni Rodari sind die Geschichten die Grammatik der Phantasie. Kinder können über vielfältige Techniken und kreative Methoden an das eigene Geschichten-Erfinden und Geschichten- Erzählen herangeführt werden.

 

Im Projekt ging es darum, in völlig eigenständig arbeitenden Teams das Erzählen einer selbst geschrieben Geschichte vor Publikum zu planen und durchzuführen. Begleitet von Einstimmungs- und Spielaktionen boten die Schüler/innen Grundschulkindern einen Erzählvormittag an- so der Projektauftrag, der in entsprechend kleinere Arbeitspakete „geschnürt“ werden musste. Es galt also, eine Geschichte zu erfinden, die der Altersgruppe hinsichtlich Thema und Aufbau angemessen ist. Die Begrüßung musste ebenso geplant werden wie eine einstimmende Aktion mit den kleinen Gästen. Das freie Erzählen der Geschichte musste intensiv geübt werden. Ebenso sollte eine spielerische Aktion (z.B. Kreativ- oder Bewegungsangebote, die möglichst zum Rahmen der Geschichte passen sollten) zum Abschluss des Erzählvormittags geplant werden. Der organisatorische Rahmen war nicht zu unterschätzen: Terminabstimmung mit den Schulen und den anderen Projektgruppen, Raumabsprache und Raumgestaltung, Einladungen gestalten, Verteilung der aktiven Rollen. Technische Medien mussten ebenso zur Verfügung stehen und von den Teammitgliedern bedient werden (u.a. Videokamera/ Mikrophon).

 

Das gesamte Projekt wurde dann im Sinne der Projektmethode mit bestimmten Verfahren reflektiert und ausgewertet und im Vorfeld dokumentiert und überprüft (Meilensteinsitzungen; Teamsitzungsprotokolle; Projektplan; Bewertungsbögen u.a.).

 

Die einzelnen Projektteams arbeiteten alle unter Zeit- und Erfolgsdruck: Die Erzählvormittage verliefen mehr als zufrieden stellend- der Projektauftrag wurde von allen erfolgreich erfüllt!

 

Noch ein TIPP

Johannes Merkel, ein Professor der Uni Bremen, hat ein allen Internet-Nutzern zur Verfügung stehendes Erzählkabinett, entwickelt. Erzieher/innen und Lehrer/innen finden hier einen reichen Schatz an geeigneten Geschichten, Fachartikel sowie wertvolle Tipps zur konkreten Umsetzung.

Die Gäste sind angekommen- Aufwärmübungen zur Einstimmung

Die Kinderlauschen…

...der "Geschichte vom verlorenen Keks"

Die Aktion nach der Geschichte: Wir bereiten unseren eigenen “Wunsch-Keks” zu

Das Resultat kann sich sehen und schmecken lassen...

Ansprechpartner:
Felizitas Schönwetter